Countdown zur Lockdown-Verschärfung in 3-2-1 Wochen

In diesem Artikel versuche ich anhand von Modellrechnungen der dritten Welle zu zeigen, dass wir sehr kurzfristig in den nächsten 3-4 Wochen eine deutliche Verschärfung der Kontakt-Vermeidungs-Maßnahmen brauchen werden, auch bekannt als “Lockdown”. Wenn wir damit zu spät kommen, dann müsste das Anfang April sogar ein harter Notfall-Lockdown werden.

Update 18.3.2021: Inzwischen gibt es ein Update des Modells, mit dem ich die u.g. gezeigten Szenario-Ergebnisse nochmals neu gerechnet habe. Kurzfassung: Alle Szenarios haben sich noch verschlechtert. Ich empfehle erst diesen Artikel zu lesen, dann weiterzuklicken.

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Pandemie-Mathematik für Eltern: Was man zum Start der Schulen wissen sollte

Das wird jetzt ein Artikel über ein Thema, das ein sehr heißes Eisen ist. Ich werde versuchen dabei möglichst wenig politisch zu werden, möglichst bei den wissenschaftlichen Fakten zu bleiben und werde doch dabei meine Meinung nicht völlig verbergen können. Dieser Artikel ist der Versuch der recht oft emotional geführten Schul-Diskussion eine Sammlung von nüchternen Fakten entgegen zu setzen, aus denen sich ja dann jeder gerne selber seine Schlüsse ableiten kann.

Wir müssen sprechen über die Entwicklung der Inzidenzen der U20 in den letzten Wochen, darüber wen Schüler/Kinder anstecken und was eine Covid-Infektion für Folgen haben kann für die U20 – im Vergleich zu anderen Problemen. Und am Ende gibt’s noch zwei kurze wichtige Infos zu Schnelltests.

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Warum die Impfung die Messgrößen “Fallzahlen” und “Inzidenzen” kaputt macht

Seit 12 Monaten sind wir gewöhnt, dass uns die täglich in der Presse veröffentlichte Corona-Fallzahl des RKI und die Inzidenz, also die Anzahl der Neuinfektionen in 7 Tage umgerechnet auf 100.000 Einwohner, Auskunft darüber geben, wie sich die Pandemie entwickelt.

Die Impfung verändert aber nun die Bedeutung dieser beiden Werte. Es muss uns klar sein, dass eine Inzidenz von 200 im Dezember 2020 eine ganz andere Bedeutung hat als im Juni 2021 oder September 2021. Denn der Nenner der Inzidenzberechnung verändert sich strukturell!

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Heute vor einem Jahr: Mein “Oh Shit”-Moment. Und heute: Déjà-vu!

Heute vor einem Jahr habe ich das erste Mal hier im Blog über Corona geschrieben unter dem Titel Die Corona-Epidemie und – Oh Shit! – was da auf uns zukommt…. In diesem Jahr sind 53 Blog Artikel in Kategorie “Covid 19” entstanden, also fast genau jede Woche einer. Seit einem Jahr schreibe ich über exponentielles Wachstum, Daten, Zahlen, Graphen und die Mathematik der Pandemie. Ich habe nochmal ein paar von den alten Posts gelesen und da sind mir ein paar Dinge aufgefallen, über die ich kurz was schreiben möchte.

Am Ende werde ich feststellen müssen, dass in unserem Land vor einem Jahr besser auf zahlenbasierte Vorhersagen gehört wurde — obwohl diese damals auf viel wackeligeren Füßen standen.

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Corona: Nach den Entscheidungen: Wie könnte es weitergehen (Szenarien aus Vorhersage-Modell)?

Ein Blick auf die Entscheidungen von gestern, und was man mit einem Modell daraus für Zukunfts-Szenarien herleiten kann.

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Corona: Pandemie Prognose Modell V3.0

Seit ein paar Tagen versuche ich ein Modell aufzubauen, mit dem man den weiteren Pandemie-Verlauf in Deutschland für einige Wochen bis Monate in die Zukunft hinein abschätzen kann. Mit dem Modell möchte ich ein Gefühl für Wirkung verschiedenerer Veränderungen von Regelungen/Verhalten auf den weiteren Verlauf entwickeln.

Als Gesamtgesellschaft haben wir praktisch nur eine Möglichkeit auf den weiteren Verlauf einzuwirken: Indem wir durch Verhaltensveränderungen den R-Wert verändern. Verschärfungen senken den R-Wert (ebenso wie Schnelltests oder Impfen), Lockerungen steigern ihn. Das Problem bleibt dabei, dass sich die Ausbreitung des Virus exponentiell vollzieht und kleine Änderungen schon nach wenigen Wochen zu immensen Wirkungen führen können, was im Alltag schwer einzuschätzen ist. Deswegen also ein mathematisches Modell.

Einige Proberechnungen/Szenarios finden sich hier.

Update 18.3.2021: Inzwischen gibt es mehrere Updates des Modells, z.B. hier .

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Corona: Pandemie-Modellrechnung (V2.0) mit 7 Beispiel-Szenarien für 2021

Update 4.3.2021:
Es gibt ein Update auf V3 dieses Modells, bitte dort weiterlesen.

Vor ein paar Tagen habe ich hier ein Modell vorgestellt, mit dem ich versuche, den weiteren Verlauf der Pandemie bis Ende des Jahres zu berechnen. Mehrere Tausend Besucher haben sich meinen Blogeintrag inzwischen angeschaut und einige haben sehr hilfreiches Feedback abgegeben für die Verbesserung des Modells (u.a. auf Twitter) – danke dafür! Mit diesen Ergänzungen haben wir jetzt eine neue Version 2.0 des Modells (Download und Beschreibung am Ende der Seite), das wir jetzt mal anwenden wollen.

Das Ziel für den Einsatz meines Modells war es, die Wirkung verschiedenerer Veränderungen von Regelungen/Verhalten auf den weiteren Verlauf zu verstehen. Als Gesamtgesellschaft haben wir praktisch nur eine Möglichkeit auf den weiteren Verlauf einzuwirken: Indem wir durch Verhaltensveränderungen den R-Wert verändern. Verschärfungen senken den R-Wert, Lockerungen steigern ihn.

Also, dann schauen wir uns doch mal 7 Szenarien an. Ich stelle diese Berechnungen und meine Daten hier wieder zu Diskussion und freue mich über Feedback auf auf Twitter.

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Corona: Eine Pandemie-Modellrechnung für 2021 (RFC)

Update 4.3.2021:
Es gibt ein Update auf V3 dieses Modells, bitte dort weiterlesen.

Hase oder Igel? Gewinnen die Impfungen oder die Mutationen?

Wir alle sind pandemie-müde, wollen nur noch raus aus dem Lockdown. Brauchen eine Verschnaufpause. Aber die harte Wahrheit ist: Wir haben zwar den Ansturm der zweiten Welle gerade fast niedergerungen, aber mit den Mutationen wie B.1.1.7 gelten jetzt andere Regeln. Man kann sich das schon ein bisschen wie eine weitere Pandemie mit einem ansteckenderen Virus vorstellen, die durch die deutlich höhere Ansteckungsrate schwerer zu kontrollieren ist.

„Wir haben quasi eine Pandemie in der Pandemie in der Pandemie. Das geht so lange weiter, bis wir auch die Ausbreitung der letzten Variante kontrollieren können.“ sagt Biontech-Chef Uğur Şahin im Spiegel in einem insgesamt hoffnungsvollen Interview.

Die nächsten Woche werden geprägt sein vom Für und Wider von Lockerungen und Verschärfungen. Auf oder zu? Wer hat recht? Und was passiert wenn wir mehr auf oder mehr zu machen? Unser Bauchgefühl ist angesichts von exponentielle Pandemie-Arithmetik aber kein guter Ratgeber dabei.

Für solche Fragestellungen holt man sich Hilfe bei der Mathematik, denn die Pandemie folgt sehr simplen mathematischen Konzepten. In der Tat ist der Verlauf der Pandemie sehr gut berechenbar. Dagegen sind die Veränderungen der Regelungen und das Verhalten der Menschen schwer zu berechnen. Und dann ist da noch die Frage, ob wir das Impftempo steigern können. Und was uns das bringt…

Im Folgenden möchte ich ein sehr vereinfachtes Prognose-Modell vorstellen, mit dem wir für die Pandemie bis Ende 2021 in die Zukunft schauen können, und bei dem wir dann mit Lockerungen/Verschärfungen oder schnelles/langsames Impfen „spielen“ können, um die Auswirkungen in den Folgemonaten zu sehen.

Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen (Mark Twain)

Nach meiner Beobachtung ist die Wirkung von exponentiellen Prozessen auch nach einem Jahr Pandemie immer noch nicht vollständig in der öffentlichen Diskussion durchgedrungen. Deshalb nun dieser Versuch, das Verständnis zu verbessern.

WICHTIG: Dies ist ein modell-basierter Beitrag zur Debatte um Corona und dem Umgang damit. Ich stelle hier ein sehr einfaches und damit nachvollziehbares Berechnungsmodell vor, in das sich interessierte Leser eindenken können und das auf ganz einfacher Mathematik basiert. Dies ist ein bewusster Gegenentwurf zu den komplexen Modellen der Epidemiologen, in die man als Laie nicht reinschauen kann.

Diese Prognose möchte ich bitte nicht als Doomsday-Szenario verstanden wissen, aber es darf uns aufrütteln und klar machen, dass es sehr schwer werden wird, mit den aktuellen Methoden (Kanzlerin und MP treffen sich alle 2 Wochen und entscheiden) den möglichen Auswirkungen eines exponentiellen Wachstums beizukommen.

Ich bitte um Kommentare, Kritik, Verbesserungsvorschläge. Die Google Sheet Datei ist öffentlich einsehbar (Link am Ende des Artikels). Dabei freue ich mich über jeden der mir nachvollziehbar erklärt, warum meine folgenden (unschönen) Ergebnisse so nicht kommen werden. Diskussion bitte per Twitter an @dpaessler.

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#nocovid: Offener Brief an die Bürgermeister meiner Heimatregion

An die
Oberbürgermeister der Städte
Nürnberg, Fürth, Erlangen, Herzogenaurach

Fürth, den 18.2.2021

Offener Brief: Machen Sie unsere Städte und Region zur grünen Zone! Bekennen Sie sich zu #nocovid!

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