Update: Pandemie-Prognosen für den Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen

In meinem Blog habe ich seit ein paar Woche Prognosen meiner Modellrechnungen für Fürth und Umgebung gepostet (u.a. am 18.4., 24.4. und 30.4.). Auch diese Woche gibt es ein Update.

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Der Pandemie-Tanz am Abgrund: Was wir über den Sommer tun entscheidet wie unser Herbst wird

Man kann das glaube ich nicht oft genug sagen: Egal wie der Sommer wird (hoffentlich erträglich und vielleicht sogar schön), wir müssen uns drauf einstellen, dass ab etwa September die Inzidenzen wieder hochgehen werden. Die Pandemie geht nicht einfach weg.

Und zwar aus vier Gründen:

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Lexikon der Pandemie: “Saisonalität”

Die Saisonalität kann eine erheblichen Verlauf auf die Fallzahlenentwicklung der Pandemie haben — aber nur dann, wenn der durch das Verhalten bzw. die Maßnahmen „erzeugte“ R-Wert bereits im Bereich um 1 liegt: dann können im Frühling aus steigenden Zahlen wie von Geisterhand sinkende Zahlen entstehen, ohne dass sich das Verhalten geändert hat. Wir laufen seit Monaten beim R-Wert um die eins herum. Jetzt sinken die Zahlen schneller als die Impfungen das alleine geschafft hätten, und im blödesten Fall entsteht bei den Entscheidern der Eindruck: ach, guck mal, die Pandemie läuft aus…. Oder – noch schlimmer – man öffnet auch noch dies&das. Im September dann, wenn die Saisonalität wieder ausläuft, da geht‘s dann „ganz plötzlich“ wieder bergauf, und zwar schnell, weil man hat ja noch gelockert. Das konnte ja keiner ahnen!  Ach ja, und dann wir schicken im September genau in der Situation Millionen ungeimpfte Kinder in den Präsenzunterricht und die Kitas, weil ja die Inzidenz so niedrig ist. 

Zeit sich mit der Saisonalität zu beschäftigen.

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Vergleich: Pandemie-Prognosen für den Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umland

Auf Basis meines Landkreis-Pandemie-Prognose-Modells möchte ich für die Region Nürnberg die Vorhersagen für die nächsten Wochen aufzeigen.

Hier der Vergleich der Prognose-Kurven:

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Spielerisch die Parameter der Pandemie-Mathematik verstehen – mit Prognosen für Deinen Landkreis!

Willst Du besser verstehen, wie die verschiedenen Parameter der Pandemie ineinandergreifen? Mehr R, weniger Saisonalität, schnelleres Impfen, Notbremse bei 100, 50 oder 10? Oder alles aufmachen?

Welche Möglichkeiten haben wir denn, um die Pandemie zu steuern? Mit meinem Modell kannst Du spielerisch die Wirkung dieser Parameter kennenlernen. Und das auch noch mit den Zahlen von Deinem Landkreis.

Video-Vorstellung des Modells

Im Video stelle ich das Modell vor und zeige, wie sich da Verändern der Parameter auf den weiteren Verlauf auswirkt:

Wie Mathematik und Datenanalyse helfen

Die Corona-Pandemie zeigt uns, wie wichtig Mathematik und Datenanalyse im Alltag sein können. Das Ansteigen und Sinken der Infektionszahlen kann man ziemlich gut mit mathematischen Modellen vorhersagen, wenn man per Datenanalyse vorher die nötigen Eingangs-Parameter dafür gefunden hat.

Intuition und unsere Erfahrungen aus dem Alltag sind beim Ausblick auf den weiteren Verlauf der Pandemie wenig hilfreich, wir haben sonst fast nie mit exponentiell verlaufenden Ereignissen in dieser Größenordnung und Geschwindigkeit zu tun.

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Corona-Pandemie Prognose Modell V8.1

Update 30.4.2021

Seit Mitte Februar entwickle ich ein vereinfachtes mathematisches Modell mit dem Ziel, den weiteren Pandemie-Verlauf in Deutschland für einige Wochen in die Zukunft mit brauchbarer Genauigkeit abzuschätzen, zumindest soweit das Verhalten der Bevölkerung und/oder die sich ändernden Maßnahmen der Regierung abzusehen sind.

Auch ein Ausblick auf mehrere Monate ist machbar, die Ergebnisse werden aber natürlich ab 4-6 Wochen zunehmend unschärfer und können nur zum qualitativen Vergleich verschiedener Szenarien dienen, wenn man z.B. verschiedenen Maßnahmen simuliert.

Im Folgenden möchte ich die aktualisierte Version vorstellen (Änderungen zu Vorversionen siehe unten in der Änderungs-Historie).

Es gibt auch ein Video mit Live-Vorstellung des Modells (Video zeigt Version 8 vom 26.4.2021).

Warum wir Modelle zum Planen brauchen

Für den gesellschaftlichen Diskurs über die Lockerung oder Verschärfung von Maßnahmen erscheint es mir wichtig, dass man verschiedene Strategien im Umgang mit der Pandemie durchspielen und die unterschiedlichen Folgen vergleichen kann.

Denn was uns klar sein sollte: Für exponentielle Wachstums-Prozesse haben wir Menschen in der Regel kein gute spontane Einschätzung. Die meisten von uns bekommen lineare Entwicklungen ganz gut hin, aber Wachstumsprozesse mit kurzen Verdopplungszeiten (Ende März bei 18 Tagen) für 2-3 Monate in die Zukunft korrekt abzuschätzen ist wirklich schwer.

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Versuch einer Modellierung der Inzidenz für die Stadt Fürth bis Juni

Vor 6 Wochen, da lag Fürth bei Inzidenz 100 und es sah nach einer Seitwärtsbewegung aus, hatte ich eine Vorhersage der Inzidenzen für Fürth gewagt. Damals hatte ich für eine Inzidenz von 350 vorhergesagt, tatsächlich sind es 270 geworden, am Donnerstag waren es aber auch schon über 300 durch einen Ausbruch in einer Firma.

Ich lag also etwas zu hoch (Anstieg um Faktor 2,7 statt 3,2) u.a. weil ich die bremsende Wirkung von Ostern unterschätzt bzw. nicht berücksichtigt hatte. Aber die Richtung stimmte.

Heute möchte ich mit meinem Pandemie-Modell eine neue Vorhersage für Fürth versuchen.

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33 Pandemie-Szenarien für den Sommer am Beispiel Stadt und Landkreis Fürth

In diesem Artikel möchte ich am Beispiel von Stadt und Landkreis Fürth drei mögliche Strategien für unseren Umgang mit der Pandemie vergleichen. Ich werde für jede dieser Strategien gleich eine ganze Reihe von Modellläufen meines Prognose-Modells mit leicht veränderten Parametern machen und die Ergebnisse grafisch darstellen.

  • Strategie 1: “Worst Case“: Hier möchte ich zeigen, was passieren würde, wenn wir keine großen Eingriffe vornehmen würden.
  • Strategie 2: “Bundesnotbremse”: Die bayernweiten/bundesweiten Regelungen übernehmen die Kontrolle über Lockerungen und Verschärfungen an bestimmten Inzidenzwerten (z.B. 100/200).
  • Strategie 3: “Niedrig-Inzidenz-Strategie“: Wir bringen die Inzidenzen rasch runter, machen Fürth zu einer “grünen Zone” und verteidigen mit allen Mitteln die niedrige Ausbreitung des Virus, sodass der R-Wert kaum mehr über 1 steigt.

Was wir alle wollen

Wir wollen alle nicht ständig nachdenken müssen, was gerade erlaubt ist, oder was nicht. Wollen uns freier bewegen. Wir wollen diesen Sommer im Biergarten oder am See sitzen, Menschen treffen, wenigstens in kleinen Gruppen, und in Läden gehen können. Wie kommen wir da hin?

Wenn man die folgenden Ergebnisse sieht, wird sehr schnell klar, wie unterschiedlich unser Sommer aussehen wird in Abhängigkeit von unserer Wahl der Strategie.

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Versuch einer Modellierung des Notbremse-Gesetzes für Deutschland bis Jahresende

Meine Kritikpunkte an der vom Bundestag wohl anvisierten Regelung habe ich ja bereits vorgestern in Der Entwurf zum “Notbremse”-Gesetz enthält drei fundamentale Konzeptfehler, alle haben mit der Inzidenz zu tun ausführlich beschrieben.

Aber wie würde denn der Rest des Jahres aussehen, wenn das Gesetz so verabschiedet wird und keine weiteren, darüber hinausgehenden Entscheidungen durch die Bundes/Landes-Regierungen kommen, die dann endlich sicherstellen würden, dass die Inzidenzen auch mal richtig sinken?

Mit meinem Prognose-Modell können wir versuchen das zu modellieren, damit wir mal ein Bild davon haben, was passieren KÖNNTE.

Wichtig: Ich lehne mich jetzt hier mit meinem Amateur-Pandemie-Modell schon sehr weit aus dem Fenster. Aber: Beim Erstellen der folgenden Berechnungen habe ich gemerkt, dass man damit viel darüber lernen kann, wie die verschiedenen Mechanismen der Pandemie ineinander greifen, und damit kann man besser verstehen, wie man es eventuell auch besser machen könnte. Auch wenn die gezeigten Zahlen natürlich nicht den Anspruch haben, quantitativ korrekt zu sein. Denn wir verlassen ganz klar den festen Boden, auf dem mein Modell beim Blick auf die nächsten 4-8 Wochen sonst aufbaut. Alles was weiter in der Zukunft liegt ist sehr sehr schwierig zu modellieren.

Mir geht es hier maßgeblich darum, das – sagen wir – “unglückliche” Wirkprinzip dieses Gesetzes mit ein paar Zahlen zu zeigen.

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Der Entwurf zum “Notbremse”-Gesetz enthält drei fundamentale Konzeptfehler, alle haben mit der Inzidenz zu tun

Seit gestern wissen wir einige Details aus dem Entwurf des neuen Infektionsschutzgesetzes des Bundes, das in den nächsten 2 Wochen durch Bundestag und Bundesrat gebracht werden soll.

Abgesehen davon, dass das viel zu spät ist, enthält der aktuelle Entwurf aus meiner Sicht drei fundamentale Konzeptfehler:

  • 1. Das Gesetz orientiert sich an festen Werten der Inzidenz, die aber zeitgleich durch die zunehmende Rate der Geimpften in der Bevölkerung ihre Qualität völlig verändert
  • 2. Der Notbremse-Regelmechanismus bei Inzidenz 100 schaut auf den falschen Indikator (Inzidenz statt R-Wert oder Wachstum) und kann ohne eine Hysterese zum “ständigen Schwingen” zwischen “offen” und “zu” führen
  • 3. Das Gesetz formuliert kein gemeinsames Ziel, auf das wir alle hinarbeiten, nicht einmal eine Ziel-Inzidenz
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