Modellrechnung: Ausblick auf Juli/August

Meine letzte Modellrechung ist 4 Wochen alt und hat sich ziemlich gut gehalten, es ist Zeit für ein Update.

Aus den Zahlen der letzten Tage war zu erkennen, dass meine vorhergehende Modellrechnung die bremsende Wirkung der sich durch Infektionen aufbauenden Immunität unterschätzt hat bzw. dass ich bei der Berechnung dieser Immunität die Dunkelziffer nicht “aggressiv” genug abgeschätzt habe. Will heissen: Es wurden im Juni mehr Menschen tatsächlich infiziert (und wurden damit zumindest teil-immun gegen BA.5) als ich berechnet hatte.

Ich habe nun die Dunkelziffer-/Immunitätsberechnung angepasst, sodass die sich in dieser Woche abzeichnende Abflachung des Anstiegs angemessen “abgebildet” wird.

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RFC: Abschätzung der Krankheits-Last (inkl. Long-Covid) durch die BA.5 Welle

Es folgt mein Vorschlag für eine stark vereinfachte Berechnung zur Abschätzung der Krankheitslast von Corona-Wellen, mit der Bitte um Feedback und Verbesserungsvorschläge. Also bitte als “RFC” (Request for Comments) verstehen und ==> hier <== auf Twitter kommentieren.

Aktuell verdoppeln sich die Inzidenzen alle 2 Wochen, Bremsmaßnahmen sind nirgends in Sicht. Wohin führt uns das noch? Wo bleibt die Märchenprinz-Notbremse? Das fragen sich Pandemie-Modellierer beim Blick in den Juli/August.

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Modellrechnung: Ein erster Blick auf die nächsten 6 Wochen der BA.4/5-Welle

Auch wenn die Datenlage zur Zeit nicht gerade optimal ist (Datenlöcher durch Feiertage in den letzten 2 Wochen, Varianten-Sequenzierungsdaten werden z.T. täglich nachkorrigiert und ganz allgemein durch ein vielfach kaputt-sabotiertes Test&Zählsystem) hier der Versuch einen ersten Blick auf die BA.4/5-Welle in den nächsten 6 Wochen zu werfen.

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Pandemie: Was ist unser Plan für den Herbst?

Im Moment wirkt es so, als wäre der Plan der Bundes- und Landes-Regierungen einfach nur die schrittweise Abschaffung aller Regeln bis auf null. Da ich aber davon ausgehe, dass dort auch Menschen langfristiger planen, können wir aus diesem Verhalten vielleicht wieder – wie im Januar – herauslesen, warum das jetzt so läuft, ob da evtl. ein Plan oder eine Strategie dahinter steckt.

Ende Januar hatte ich anhand der Aktivitäten der Regierung und den zu erwartenden Verläufen schonmal versucht zu verstehen, was der “Plan” der Regierung ist. Damals wurden uns der Plan und die zugrundeliegenden Modelle ja auch nicht mitgeteilt.

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Ein Blick auf die “Pandemie-Mechanik” im Herbst 2022 mit Modellrechnungen

Kurzfassung

  • In den (hypothetischen!) Modellrechnungen mit den mir aktuell zur Verfügung stehenden Parametern scheint eine Welle im Sep-Nov 2022 kaum vermeidbar
  • Weder eine Impfkampagne noch frühzeitige Verhaltensänderungen scheinen eine signifikante Welle noch verhindern zu können (beide Optionen würden aber die Krankheitslast verringern)
  • Durch die verhinderten/verschobenen Infektionen und inzwischen absinkende Immunität könnten beide Optionen die Wellenspitze sogar heftiger ausfallen lassen
  • Die Welle würde wohl wieder zu spürbaren Personalausfällen führen (und Longcovid-Belastung)
  • Wir können nur hoffen, dass die relative Krankheitslast (CHR/CFR) weiter sinkt
  • Aber Achtung: Wir haben viele Unsicherheiten bei Fallzahlen, Immunität (Ausmaß des Verlusts nach Infektion/Impfung?) und Krankheitslast
  • Leute, nutzt die ruhige Zeit bis August weise!
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Modellrechnung: Ausblick auf die nächsten 4 Wochen und Rückblick auf Modell vom 9.4. nach 5 Wochen

Vorab: Beim Lesen einiger (z.T. unterirdischer) Kommentare fällt mir immer wieder auf, dass einige Leser den Sinn von Modellen/Szenarien und die Arbeitsweise grundlegend nicht verstanden haben (und folglich eher unpassende Kommentare abgeben).

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(Fast) ein Jahr mit Starlink auf dem Dach (aus der Sicht einer Monitoring Software)

Im März 2021 erhielt ich als Teilnehmer des europäischen Beta-Programs von Starlink eine Bodenstation und habe sie auf meinem Hausdach installiert.

Nach dem Auspacken stellt man die Antenne einfach irgendwo hin, wo viel Himmel zu sehen ist, und sorgt für einen 230V-Anschluss. Nach wenigen Sekunden richtet sich die Antenne aus (siehe Video) und sucht nach Satelliten. Nach 1-2 Minuten steht der Internetzugang bereit (und manchmal richtet sich danach die Antenne selbständig etwas anders aus).

Sowas muss man doch überwachen!

Als Gründer einer Firma, die Network-Monitoring-Software verkauft, habe ich natürlich von Anfang die Performance dieser Internet-Anbindung überwacht. Eine Remote Probe meines PRTG Network Monitor von Paessler AG überwacht jede Minute mit verschiedenen Sensoren die Bandbreite und Qualität der Satelliten-Verbindung.

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Rückblick auf das inzwischen 3 Wochen alte Modell vom 9.4., Vergleich mit tatsächlich Daten und Ausblick

Kurz: Pessimistisches Szenario traf Inzidenz und Hospitalisierungen sehr gut. ITS verlief nach zentralem Szenario (wird im Modell korrigiert).
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Blick auf Inzidenz: Das pessimistische Szenario von vor 3 Wochen liegt aktuell ziemlich gut. Die RKI-Kurve zeigt die kleine “Lockerungs-Welle” in der Woche nach dem 11.4. nicht so wie dies im Modell berechnet wurde (Meldelücke).

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Rückblick auf Modellrechnung vom 9.4. mit Blick auf die aktuelle Zahlen

Noch sind wir nicht aus Feiertage-Datennebel heraus, erst Do/Fr sehen wir wieder klarer. Trotzdem schonmal ein Vorab-Rückblick auf meine Modellrechnung vom 9.4.2022.

Kurz: Entwicklung liegt wohl beim Szenario "pessimistisch". Die RKI-Fallzahlen zeigen den Oster-Peak nicht.
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Die Grafik zeigt, dass Inzidenz, ITS-Belegung und Hospitalisierungen zwischen dem "zentralen Szenario" und dem "pessimistischen" Szenario liegen und damit ziemlich in der Mitte meines Szenarien-Bündels. Modellrechnung hat also ihren Zweck erfüllt.
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