Rückblick auf das Modell vom 7.11. und den aktuellen Verlauf

Rückblick auf das Modell vom 7.11. und den aktuellen Verlauf:

* Gute Nachricht: Wir haben sinkende Zahlen 👍
* Aber: Inzidenzen und Krankenhauszahlen passen kaum mehr zusammen
* Hosp.-Rate im Oktober verdoppelt

=> höhere Dunkelziffer, Inzidenz kaum vergleichbar mit früher?

Auffällig ist, dass die RKI-Inzidenz unter dem optimistischen Szenario liegt, die aktuellen Zahlen der Hospitalisierungen dagegen zwischen dem zentralen und dem optimistischen Szenario liegen.

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Mal gute Nachrichten aus dem Modell

*Wenn* die aktuellen Sequenzierungs-Zahlen jetzt korrekter sind als die Zahlen bis Anfang Oktober, dann scheint die hohe November Welle durch BQ.1.* und XBB auszufallen.

Was nicht heißt, dass das Gesundheitssystem wenig zu tun hätte.

Die gute Nachricht: Die befürchtete hohe Welle durch die Immun-Escape-Varianten im November und Dezember scheint erstmal auszufallen. Aber das Infektionsgeschehen geht auch nicht gerade “auf null” im Winter.

Durch Nachlassen des Wachstums-Vorteils der Level 5-Varianten (u.a. BQ.1.* und XBB) seit Anfang Oktober (eine neue Situation, die wir bisher bei keinem Varianten-Übergang bisher hatten) ergibt sich im Vergleich zur letzten Modellrechnung eine wesentliche flachere
Inzidenzkurve.

Was aber nicht über den stetig ansteigenden Dunkelziffer-Faktor hinwegtäuschen kann, der Blick auf die ITS-Belegung und Hospitalisierungen zeigt, dass eine viel niedrigere Inzidenz jetzt immer noch zu hohen Belastungen für das Gesundheitssystem führt.

Auch wenn die Kurve der @DieDgina Notaufnahme Ampel sich verschoben hat zu den Zahlen des RKI (ggf. durch Veränderungen im Melde/Bewertungs- System?) deutet der Wert für letzte Woche darauf hin, dass die Zahlen des RKI auch weiter sinken werden – zumindest für 1-2 Wochen.

Trotzdem bleiben die Belastungen für die Kliniken durch COVID-Patienten den ganzen Winter sehr hoch in dieser Modellrechnung.

Für die ITS scheint es keine neue hohe Welle durch COVID zu ergeben, aber die Dauerbelastung bleibt hoch.

Hier sieht man, dass das Modell für den Dezember auch ohne BQ.1.* und XBB nochmal eine kleine Welle für BA.5 berechnet hat, die von den Weihnachtsferien und dem sich dann drehenden Saisonalitäts-Trend beenden würde.

Wenn sich die neuen Varianten stärker durchgesetzt hätten, hätten sich für den Krankenstand im Nov/Dez hohe Werte ergeben. Jetzt bleibt das in einem gewissen Rahmen, wenn auch deutlich erhöht.

In Frankreich, wo BQ.1.* schon viel erreicht hatte, geht sogar die absolute Zahl der Infektionen der BQ.1.* nach unten.

Hier ist ein weiterer Thread mit Diskussion über diese Entwicklung, der aber auch keine ausfüllende Erklärung liefern kann.

Im schlimmsten Fall ist es so, dass wir unser Zahlen-Erhebungssystem inzwischen so weit kaputtgewirtschaftet und runtergeschraubt haben, dass es – in Kombination mit ständig steigernder Dunkelziffer – immer schwerer oder gar unmöglich wird, ein Stück in die Zukunft zu schauen.

Wie wir uns dann, wenn es doch noch zu einer richtig fiesen Variante kommen sollte, auf diese vorbereiten sollen, bleibt das Geheimnis der Entscheidungsträger. Das Potential für Mutation ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Abschliessend ein Rückblick auf das Modell von vor 18 Tagen: Durch die falschen (?) Zahlen der Sequenzierungen für BQ.1* und XBB lag das Modell deutlich zu hoch.

Das ist jetzt wieder gefundenes Fressen für alle diejenigen, die sich nicht so viel mit Exponential-Funktionen beschäftigen. Modell-Alltag bei pandemischen Prozessen! 🤷‍♂️

"when you are wrong about exponential growth rates, you are exponentially wrong" (stolen from @BristOliver)

Originally tweeted by Dirk Paessler (@dpaessler) on November 7, 2022.

Update Modellierungen

Meine bisherigen Modellrechnungen mit Level5+ Varianten (BQ.1.* und XBB.*) können wir vorerst in die Tonne treten: um die neusten RKI-Sequenzierungsdaten nachzuvollziehen muss ich im Modell einen Knick beim Immunescape von 14% auf 3% einbauen am 10.10.

Da stimmt also was nicht.

Eine ähnliche Situation hatten wie bei den bisherigen Variantenübergängen noch nie. Wer das schlüssig erklären kann, möge vortreten.

Freuen wir uns, dass die große November Varianten-Welle wohl (erstmal!) nicht so kommt wie zu befürchten war.

Originally tweeted by Dirk Paessler (@dpaessler) on November 4, 2022.

Neue Modellrechnung mit BQ.1.* und XBB

Neue Daten machen neue Modellrechnung nötig: Modell verwendet jetzt bisherige Sequenzierungsdaten für BQ.1/XBB et al. um daraus weiteren Verlauf der Varianten-Welle zu berechnen.

=> Peak liegt ca. Ende November, Wirkung auf Krankenhäuser und Krankenstand könnte erheblich sein
🧵

Höhe der Welle im November ist noch schwer bestimmbar aus den aktuell vorliegenden Daten, eine ggf. hohe Welle scheint sich aber abzuzeichnen.

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Update Modellrechnungen

Nachdem wir nun den Talpunkt der Inzidenzen in DE durchschritten haben, hat sich gezeigt, dass mein Modell bisher die durch Infektionen plus DZF erworbene Immunität unterschätzt hat. Hier also nun eine neue Modellrechnung mit neu kalibriertem Immunitätsmodell.

Nach Umstellung/Verbesserung der Berechnung der durch Vor-Infektionen erworbenen Immunität ergibt sich ein weniger steiler und weniger hoher Wellenpeak Mitte Oktober als in den bisherigen Modellrechnungen.

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Rückblick auf Modellrechnung vom 28.7. nach 22 Tagen

* Aktueller Inzidenzverlauf passt gut zur Modellberechnung
* Verläufe deuten auf etwas erhöhte Dunkelziffer hin
* Entscheidend für weiteren Verlauf: Was passiert in den nächsten 2-3 Wochen (Ende Ferieneffekt)?
1/x

Das optimistische Szenario erneut mit einer Punktlandung beim Inzidenzverlauf (auf 1% genau getroffen). Entscheidend für den weiteren Verlauf sind die nächsten 2-3 Wochen: Wie stark wird sich das Ferienende auswirken?
2/x

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Update Modellrechnung 28.7.2022

Ein Update der Berechnung der Hospitalisierungen macht neue Modellrechnung nötig.

* Alle Szenarien sehen eine Welle im Herbst
* Genaue Höhe der Welle auf Basis der akt. Zahlen kaum absehbar
* Damit sind auch Spitzenwerte aller anderen Kurven noch nicht genau abschätzbar.
1/x

Die Berechnung der Hospitalisierungen berücksichtigt jetzt explizit die ca. 50% höhere Pathogenität von BA.5.
Immerhin: Es deutet sich eine Verschnaufpause beim Fall-Wachstum und bei den Krankenhauszugängen für die nächsten 4 Wochen an.

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