Kleiner Rückblick auf meine Modellrechnungen für Fürth

Seit Mitte April war meine Vorhersage, dass Fürth in der Woche des 17.5. oder 24.5. die 100 unterschreitet. Und: Wenn es gut läuft wird Fürth am Montag das erste Mal unter 100 vermelden. Passt. Wobei durch die Feiertage aktuell die Zahlen auch ein bisschen fragwürdig sind.

Auch den Peak (Höhe und Zeitpunkt) hat das Modell ganz gut getroffen.

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Wieso könnte es im Herbst trotz Impfungen nochmal eine Welle geben?

Die häufigste Frage zu meinen Modellrechnungen geht in etwa so: “Wir sind doch alle bis Juli geimpft, warum errechnet Dein Modell trotzdem noch so viele Neuinfektionen?”. Die Antwort ist: Weil sich noch viele Millionen Menschen anstecken können, auch im Herbst noch!

Ich habe das mal durchgerechnet, und komme auf folgende Zahlen: Es sind aktuell zwar 37% das erste mal geimpft, aber 60 Mio (=3/4 aller Einwohner) können sich stand heute immer noch anstecken! Anfang September sind es immer noch 30 Mio!

Der folgende Blogartikel erklärt, wie diese Zahlen entstehen:

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Modellrechnung: Könnte uns B.1.617.2 den Sommer oder Herbst versauen?

Update: Hier gibt es ein Update mit Delta/B.1.617.2 Modellrechnungen.

Die “indische Mutation” könnte auch bei uns Probleme machen in diesem Sommer. Das wird insbesondere davon abhängen, wieviel ansteckender die Mutation B.1.617.2 gegenüber der bei uns kursierenden B.1.1.7 Mutation ist – was sich aktuell zumindest andeutet.

Aber… Hast Du ein Gefühl dafür, wie viel Prozent ansteckender ein echtes Problem für uns wäre? Sind +10% schlimm, oder +30%? Oder +50% mehr?

Um sich solchen Fragen zu nähern verwendet man Modellrechnungen, und das machen wir jetzt mal, basierend auf meinem Pandemie-Modell.

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Corona-Pandemie Prognose Modell V9

Update: Hier geht es zur nächsten Version 10 des Modells.

Seit Mitte Februar entwickle ich ein vereinfachtes mathematisches Modell mit dem Ziel, den weiteren Pandemie-Verlauf in Deutschland für einige Wochen in die Zukunft mit brauchbarer Genauigkeit abzuschätzen, zumindest soweit das Verhalten der Bevölkerung und/oder die sich ändernden Maßnahmen der Regierung abzusehen sind.

Auch ein Ausblick auf mehrere Monate ist machbar, die Ergebnisse werden aber natürlich ab 4-6 Wochen zunehmend unschärfer und können nur zum qualitativen Vergleich verschiedener Szenarien dienen, wenn man z.B. verschiedenen Maßnahmen odr den Einfluss neuer Mutationen simuliert.

Im Folgenden möchte ich die aktualisierte Version vorstellen (Änderungen zu Vorversionen siehe unten in der Änderungs-Historie).

Es gibt auch ein Video mit Live-Vorstellung des Modells (Video zeigt Version 8 vom 26.4.2021).

Warum wir Modelle zum Planen brauchen

Für den gesellschaftlichen Diskurs über die Lockerung oder Verschärfung von Maßnahmen erscheint es mir wichtig, dass man verschiedene Strategien im Umgang mit der Pandemie durchspielen und die unterschiedlichen Folgen vergleichen kann.

Denn was uns klar sein sollte: Für exponentielle Wachstums-Prozesse haben wir Menschen in der Regel kein gute spontane Einschätzung. Die meisten von uns bekommen lineare Entwicklungen ganz gut hin, aber Wachstumsprozesse mit kurzen Verdopplungszeiten für 2-3 Monate in die Zukunft korrekt abzuschätzen ist wirklich schwer.

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Der Pandemie-Tanz am Abgrund: Was wir über den Sommer tun entscheidet wie unser Herbst wird

Man kann das glaube ich nicht oft genug sagen: Egal wie der Sommer wird (hoffentlich erträglich und vielleicht sogar schön), wir müssen uns drauf einstellen, dass ab etwa September die Inzidenzen wieder hochgehen werden. Die Pandemie geht nicht einfach weg.

Und zwar aus vier Gründen:

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Lexikon der Pandemie: “Saisonalität”

Die Saisonalität kann eine erheblichen Verlauf auf die Fallzahlenentwicklung der Pandemie haben — aber nur dann, wenn der durch das Verhalten bzw. die Maßnahmen „erzeugte“ R-Wert bereits im Bereich um 1 liegt: dann können im Frühling aus steigenden Zahlen wie von Geisterhand sinkende Zahlen entstehen, ohne dass sich das Verhalten geändert hat. Wir laufen seit Monaten beim R-Wert um die eins herum. Jetzt sinken die Zahlen schneller als die Impfungen das alleine geschafft hätten, und im blödesten Fall entsteht bei den Entscheidern der Eindruck: ach, guck mal, die Pandemie läuft aus…. Oder – noch schlimmer – man öffnet auch noch dies&das. Im September dann, wenn die Saisonalität wieder ausläuft, da geht‘s dann „ganz plötzlich“ wieder bergauf, und zwar schnell, weil man hat ja noch gelockert. Das konnte ja keiner ahnen!  Ach ja, und dann wir schicken im September genau in der Situation Millionen ungeimpfte Kinder in den Präsenzunterricht und die Kitas, weil ja die Inzidenz so niedrig ist. 

Zeit sich mit der Saisonalität zu beschäftigen.

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Spielerisch die Parameter der Pandemie-Mathematik verstehen – mit Prognosen für Deinen Landkreis!

Willst Du besser verstehen, wie die verschiedenen Parameter der Pandemie ineinandergreifen? Mehr R, weniger Saisonalität, schnelleres Impfen, Notbremse bei 100, 50 oder 10? Oder alles aufmachen?

Welche Möglichkeiten haben wir denn, um die Pandemie zu steuern? Mit meinem Modell kannst Du spielerisch die Wirkung dieser Parameter kennenlernen. Und das auch noch mit den Zahlen von Deinem Landkreis.

Video-Vorstellung des Modells

Im Video stelle ich das Modell vor und zeige, wie sich da Verändern der Parameter auf den weiteren Verlauf auswirkt:

Wie Mathematik und Datenanalyse helfen

Die Corona-Pandemie zeigt uns, wie wichtig Mathematik und Datenanalyse im Alltag sein können. Das Ansteigen und Sinken der Infektionszahlen kann man ziemlich gut mit mathematischen Modellen vorhersagen, wenn man per Datenanalyse vorher die nötigen Eingangs-Parameter dafür gefunden hat.

Intuition und unsere Erfahrungen aus dem Alltag sind beim Ausblick auf den weiteren Verlauf der Pandemie wenig hilfreich, wir haben sonst fast nie mit exponentiell verlaufenden Ereignissen in dieser Größenordnung und Geschwindigkeit zu tun.

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Corona-Pandemie Prognose Modell V8.1

Dieser Artikel ist nicht mehr aktuell.

Hier geht zu Version 9 des Modells.

Update 30.4.2021

Seit Mitte Februar entwickle ich ein vereinfachtes mathematisches Modell mit dem Ziel, den weiteren Pandemie-Verlauf in Deutschland für einige Wochen in die Zukunft mit brauchbarer Genauigkeit abzuschätzen, zumindest soweit das Verhalten der Bevölkerung und/oder die sich ändernden Maßnahmen der Regierung abzusehen sind.

Auch ein Ausblick auf mehrere Monate ist machbar, die Ergebnisse werden aber natürlich ab 4-6 Wochen zunehmend unschärfer und können nur zum qualitativen Vergleich verschiedener Szenarien dienen, wenn man z.B. verschiedenen Maßnahmen simuliert.

Im Folgenden möchte ich die aktualisierte Version vorstellen (Änderungen zu Vorversionen siehe unten in der Änderungs-Historie).

Es gibt auch ein Video mit Live-Vorstellung des Modells (Video zeigt Version 8 vom 26.4.2021).

Warum wir Modelle zum Planen brauchen

Für den gesellschaftlichen Diskurs über die Lockerung oder Verschärfung von Maßnahmen erscheint es mir wichtig, dass man verschiedene Strategien im Umgang mit der Pandemie durchspielen und die unterschiedlichen Folgen vergleichen kann.

Denn was uns klar sein sollte: Für exponentielle Wachstums-Prozesse haben wir Menschen in der Regel kein gute spontane Einschätzung. Die meisten von uns bekommen lineare Entwicklungen ganz gut hin, aber Wachstumsprozesse mit kurzen Verdopplungszeiten (Ende März bei 18 Tagen) für 2-3 Monate in die Zukunft korrekt abzuschätzen ist wirklich schwer.

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